Wann ist Musik „groß”?

Wann kann ein Komponist „Größe” für seine Werke beanspruchen?

 

Dann wohl, wenn er in seinem Schaffen einen unverkennbaren Eigenton entwickelt und wenn es ihm gelingt, die Musik seiner Zeit zusammen zu fassen und zu Neuem zu führen sowie Einfluss auf Kommendes zu nehmen.
Gemessen daran ist die Musik Beethovens so „groß“ wie die der „Beatles“. Gleich dem Wiener Klassiker gelang es auch den Liverpooler Pilzköpfen, mit einem ganz eigenen Tonfall das Lebensgefühl ihrer Generation zum Ausdruck zu bringen und nahezu alle Genres der Pop- und Rockmusik nachhaltig zu prägen.


Spätestens mit solchen Überlegungen relativiert sich die Unterscheidung in „E“ und „U“. Beethovens Klaviersonaten und Sinfonien sind durchaus „unterhaltend“, genau wie Lieder gleich „She Said, She Said“ aus dem Album „Revolver“ oder das berühmte „Let It Be“ aus dem gleichnamigen (und letzten) Album der „Beatles“ durchaus ernst gemeint sind.


Die Werke, die auf dieser SACD versammelt sind, führen zum Kern dieser Überlegungen.
Es sind Werke, die nicht oft oder gar nicht im Konzertsaal erklingen,
will heißen in einem festgefügten Repertoireschema eher ein Schatten-dasein fristen.
Und doch sind es Werke, die beides in vollkommener Kombination darbieten:
Ernst und Unterhaltung. Und in ihrer raffinierten Ausschöpfung klassischer Ausdrucksmittel sind sie eines nicht: Langweilig!

 

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